Zusammenarbeit Entwickeln.

Die Projektwerkstatt/ tu project ist im August 2014 nach erfolgreichen zwei Jahren ausgelaufen. Hier findet ihr einige Informationen zu den vergangenen Semestern.

Allgemeine Informationen zu Projektwerkstätten/ tu project, sowie eine Liste mit allen aktuell laufenden Projektwerkstätten gibt es hier: Projektwerkstätten der TU Berlin

Übersicht und Informationen zum Sommersemester 2014: SoSe 2014

Übersicht und Informationen zum Wintersemester 2013/2014: WS 2013/2014


Hier ist der alte, allgemeine Info-Text zu unserer Projektwerkstatt ’Zusammenarbeit Entwickeln’.

Zusammenarbeit Entwickeln (ehemals 'Global Empowerment')

(Selbst-) kritische Auseinandersetzung mit der EZ auf der Suche nach Chancen und Alternativen.

Möchtest du dich kritisch mit dem Thema 'Entwicklung' auseinandersetzen, Neues zum Thema Internationale Zusammenarbeit lernen sowie dich in konkreten Projekten engagieren oder sie begleiten?! Oder willst du selber neue Ideen und Projekte in das tu project (Projektwerkstatt, kurz PW) mit einbringen und sie zusammen mit anderen bearbeiten?! Dann bist du bei dem neuen tu project 'Zusammenarbeit Entwickeln' richtig.

Inhalte und Möglichkeiten des tu projects:

  • Einführung und kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
  • Reflexion der eigenen Arbeit
  • Auseinandersetzung mit Rassismus, Kolonialismus und kolonialen Kontinuitäten
  • Verbindung von Theorie und Praxis in der EZ
  • Globale Zusammenhänge und Probleme erkennen sowie die Interessen der einzelnen Akteure in konkreten Projekten verstehen und hinterfragen
  • Begleitung der Ringvorlesung Entwicklungspolitik sowie einen Freiraum für die Auseinandersetzung mit den Inhalten → http://www.sid-berlin.de/de/ringvorlesung
  • Einbringen eigener Ideen und Projekte sowie die Reflexion der eigenen Motivation

Von 'Global Empowerment' zu 'Zusammenarbeit Entwickeln'

(interne) Umbenennung der Projektwerkstatt

Im Wintersemester 2012/2013 haben wir uns unter anderem intensiv mit den Begriffen 'Empowerment' und 'Global Empowerment' beschäftigt. Dazu haben wir unter anderem die folgenden beiden Texte gelesen und anhand derer diskutiert:

  • Bettina Bello: „Ihr grenzt euch doch selbst aus!“ – Räume als Orte der Selbstbestimmung
  • Lawrence Oduro-Sarpong: Empowerment – Die heilende Kraft von Innen – Der Kampf um Begriffe und Räume der Selbstermächtigung ist nicht symbolisch

Beide sind aus dem Heft „Wer anderen einen Brunnen gräbt“ herausgegeben vom BER e.V.

Als Folge dieser noch nicht abgeschlossenen Diskussion haben wir uns entschlossen die Projektwerkstatt inoffiziell umzubenennen. Sie heißt von nun an 'Zusammenarbeit Entwickeln'. An einigen Stellen (vor allem im Vorlesungsverzeichnis) wird noch der alte Name 'Global Empowerment' auftauchen. Einige Überlegungen und Gründe aus der Diskussion sind hier zusammengefasst:

  • Da einige Definitionen zum Begriff Empowerment existieren und Menschen den Begriff ja auch selber neu definieren, haben wir uns angeschaut, wo der Begriff Empowerment herkommt, bzw. in welcher Bewegung er maßgeblich geprägt wurde: In dem Civil Rights Movement in den 1960er Jahren in den USA. Danach wurde der Begriff von der Frauenbewegung in den USA zwischen den 1960'er und 1980'er Jahren adaptiert und wird oft mit 'Selbstermächtigung' übersetzt. In jedem Fall geht dieser Begriff auf eine unterdrückte oder benachteiligte Gruppe zurück, die sich versucht selbst zu ermächtigen, sich selbst zu befreien, die selben Rechte wie alle einzufordern und …
  • Zumindest weiße Mehrheitsgesellschaft wird hier in Deutschland nicht systematisch unterdrückt oder benachteiligt. Folglich kann sie sich auch nicht 'empowern'. Wenn die weiße Mehrheitsgesellschaft in Deutschland sich dieses Wort zur Erfüllung ihrer Träume und Ziele verwenden würde, dann würde sie sich einen Diskurs aneignen und die Probleme und Umstände anderer unterdrückter oder benachteiligter Gruppen verharmlosen.
  • Wenn wir 'Empowerment' mit 'Selbstermächtigung' übersetzen und der vorherige Punkt auch zutrifft, dann können wir keine anderen Menschen 'empowern'. Das heißt, dass wir unterdrückte oder benachteiligte Menschen/Gruppen nur bei ihren Forderungen unterstützen können. Die Defizitanalyse muss von den unterdrückten oder benachteiligten Gruppen/Menschen kommen.
  • Übergeordnetes Ziel dieser Diskussion war es, dass bestimmte Begriffe wie zum Beispiel 'Empowerment' hinterfragt werden und sensibler mit ihnen umgegangen wird. Wenn benachteiligte Menschen sich versuchen zu empowern, dann kann ich sie dabei maximal unterstützen und Infrastruktur bereitstellen. Ich kann nicht den Bedarf dieser benachteiligten Menschen formulieren oder erstellen.

Die Diskussion lässt deutlich werden wie ein Begriff, in diesem Fall 'Empowerment', sehr schnell zum Streitthema werden kann und ein schnell gefundener und nicht-reflektierter Titel viel Arbeit mit sich bringt und wie sensibel ein Titel aufgefasst werden kann und muss. Der Titel 'Zusammenarbeit Entwickeln' muss auch hinterfragt werden, um definiert werden zu können. Die Erarbeitung einer Definition wird über das Selbstverständnis hinausgehen und wird im Laufe der kommenden Semester hier veröffentlicht. Soviel schon mal vorab: Es sollen mit dieser Bezeichnung der Projektwerkstatt keine inhaltlichen Ziele vernachlässigt werden und 'Zusammenarbeit Entwickeln' soll mit dem Wort 'Entwicklungszusammenarbeit' spielen und diese konsequent hinterfragen, um so permanent auf der Suche nach einer Alternative zu sein. Denn wir finden, dass sich auch die 'Entwicklungszusammenarbeit' entwickeln muss. Daher auch der neue Untertitel der Projektwerkstatt: „Zusammenarbeit Entwickeln – (Selbst-) kritische Auseinandersetzung mit der EZ auf der Suche nach Chancen und Alternativen“.


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